Die Fette Schmelzen auf Stufe 5.
Wenn alle festen Fette geschmolzen sind - die
flüssigen Öle dazugeben - in meinem Fall auch ein
Pigment, um die Grundmasse gelb einzufärben.
Parallel dazu Wasser und NaOH vorbereiten.
Wenn ich zurückblicke, kann ich nicht mehr
nachvollziehen, warum ich soviel Angst vor dieser
Methode hatte Eine Heißverseifung ist wirklich
nicht schwer. Statt Bain Marie kann man auch einen
Topf nehmen und in den Back-Ofen stellen (70°C).
Bei meiner Anleitung gehe ich davon aus, dass die
Grundkenntnisse zur verantwortungsvollen
Seifenherstellung bekannt sind. (macsoapy)
Die Bain Marie abschalten, die Lauge (Temperaturen
spielen keine Rolle) zu den Ölen geben und gut
verrühren. Mit dem Pürierstab solange arbeiten, bis
ein Puddingstadium erreicht ist, das seinesgleichen
sucht. Sehr dicker Pudding ist in diesem Fall
erwünscht. Den Deckel schließen. Die Bain Marie
wieder einschalten.
Bevor die Gelphase beginnt, die sich umgekehrt zur
Kaltverseifung langsam von außen nach innen
ausbreitet, sieht die unfertige Seifenmasse stumpf
aus. Sie ist jetzt außerdem sehr fest.
Das Erreichen der kompletten Gelphase dauert etwa
zwischen 20 und 40 Minuten. Auf dem Bild sieht man
einen kleinen ungegelten Rest in der Mitte der
Seifenmasse, der in ca. 1 - 2 Minuten verschwunden
sein wird.
Die Bain Marie abschalten und bei Bedarf ein
Parfümöl dazugegeben. Gut umrühren ist sehr
wichtig, am besten mit einem Schneebesen.
Für eine Marmorierung nimmt man einen kleinen Teil
der Seifenmasse ab und gibt das Pigment dazu. Gut
umrühren ist wiederum sehr wichtig.
Die eingefärbte Masse einfach zurück in den Topf
geben. Den Schneebesen zum Marmorieren
bereithalten.
Die Kunst der Marmorierung bei dieser Methode
besteht in der speziellen Mischung aus Rühren und
Heben und in einer guten Balance der Kräfte: Wenn
man zu viel rührt, entsteht im wahrsten Sinne des
Wortes Einheitsbrei, bei Zaghaftigkeit gibt es eher
farbige Flächen (die ab und an gewünscht sind).
Das Einfüllen in Blockformen erledigt man am besten
mit einer Suppenkelle. Mit ein wenig Übung gelingen
selbst mit diesem groben Arbeitsgerät interessante
Seifen-Toppings. Man sollte allerdings zügig
arbeiten, weil die sich abkühlende Masse immer
schwerfälliger wird.
Die Seife lässt sich nach 24 Stunden sehr leicht
ausgeformen. Sie ist perfekt und kann bereits
geschnitten werden. Eine Reifezeit von 7-14 Tagen
bekommt allerdings auch einer "heißen" Seife sehr
gut.